Pilgertipps

Deutschsprachige Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela

Deutschsprachige PilgerseelsorgeSeit 2009 bieten die Diözese Rottenburg-Stuttgart und das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz jedes Jahr in den Monaten Mai bis Oktober Seelsorge in Santiago für Pilger aus dem deutschsprachigen Raum an. Das Projekt entstand aus der Erkenntnis, dass sich seit Jahren immer mehr Pilger auf den Weg nach Santiago machen, sie aber bei ihrer Ankunft kaum die Möglichkeit haben, über ihre vielfältigen – auch spirituellen Erfahrungen – auf dem Camino, dem Jakobsweg mit jemanden zu sprechen. Ihnen Hilfe und Unterstützung anzubieten, ist das Ziel des Pilgerprojektes.

Hier finden Sie weitere Informationen:
www.auslandsseelsorge.de/pilgerseelsorge-santiago-de-compostela
 


Frommenhausen - Pilgerherberge errichtet

FrommenhausenVor 500 Jahren begab sich der Frommenhauser Bürger Jacob Beyter auf die Reise nach Spanien zum Grab des heiligen Jakobus nach Santiago de Compostela und kehrte nach langer Fußreise wieder glücklich heim. Jetzt wurde in dem Ort, der am Kreuzpunkt von drei Jakobswegen liegt, eine Herberge für Pilger errichtet. Sie bietet nicht nur Schlafstätte für Reisende, sondern auch Platz für Veranstaltungen durch das Jahr.

aus: Seite 5 in Ausgabe 33/2010 des Katholischen Sonntagsblatts unter www.kathsonntagsblatt.de

 

 

 

Ein ganzes Dorf lebt für seine Pilgerherberge

Ortsvorsteher Kurt Hallmayer (links), Brigitte Abt-Harrer und Roland Harrer im frisch eingerichteten Festsaal der Pilgerherberge, der auch als Schlafsaal für große Gruppen genutzt werden kann.
Foto: Weyrich

 

Wo früher Kreditvereinbarungen getroffen wurden, ist heute ein Zweibettzimmer; wo früher der Banktresor stand, befindet sich nun der Gemeinschaftsraum mit Küche. In einem wahren Kraftakt bauten die ehrenamtlichen Helfer des »Förderverein Frommenhausen« binnen zwei Jahren die alte Raiffeisenbank zu einer Pilgerherberge um. Rechtzeitig zum Ferienbeginn war Einweihung.

»In Frommenhausen ist der Name Programm«, schwärmt Ortsvorsteher Kurt Hallmayer, »wir sind zu 98 Prozent katholisch.« So wundert es kaum, dass eine Welle der Begeisterung durch das Dorf wogte, als Brigitte Abt- Harrer im Jahr 2007 anlässlich der Vorbereitungen auf das 750. Dorfjubiläum Aufzeichnungen über einen gewissen Jacob Beyter fand, der vor 500 Jahren von Frommenhausen nach Santiago de Compostela pilgerte und gesund zurückkehrte.

Alle im Dorf helfen mit

Rasch war die Idee geboren, zu Ehren Beyters in Frommenhausen eine Pilgerherberge einzurichten. »Anfangs dachten wir noch an einen einfachen Schäferwagen «, erinnert sich Abt-Harrer lachend. Dann aber hatte der Ortsvorsteher die Idee, das leer stehende Raiffeisen-Gebäude umzubauen.
Wie es sich für ein 440-Seelen- Dorf gehört, rückten die Menschen zusammen und packten an. Der 160 Mitglieder zählende Förderverein, der sich neben der Pilgerherberge auch um soziale Projekte des Ortes kümmert, machte mit vielen Spendern und Sponsoren das nötige Geld – bisher rund 20 000 Euro – locker. Rund 30 Menschen schufteten fast täglich auf der Baustelle. Wände wurden niedergerissen, neue Mauern gebaut, es wurde isoliert, gestrichen, Küchen eingebaut. »Die Dorfgemeinschaft ist noch enger geworden, fast jeder hat etwas beigetragen«, freut sich Ortsvorsteher Hallmayer. Bis zu 400 Arbeitsstunden investierten einzelne Menschen ehrenamtlich.
So auch Brigitte Abt-Harrer. »Sie ist zurzeit die beste Kundin bei Online-Auktionshäusern, sie organisiert uns zu billigsten Preisen die Betten, die wir brauchen «, schwärmt ihr Ehemann Roland Harrer, der erste Vorsitzende des Fördervereins. Daneben ist die Grafikerin für den professionellen Auftritt der Pilgerherberge im Internet oder auf Flyern zuständig.

Pilgern ist in Mode gekommen

In den letzten Monaten seit Beginn der Renovierung haben gut 200 Pilger in Frommenhausen übernachtet. »Darunter sind viele Frauen, die alleine pilgern«, fällt Harrer auf. Pilgern ist in den letzten Jahren richtig in Mode gekommen. »Pilgern bleibt sicher auch in Zukunft ein Weg, um dem Alltag zu entkommen und zu sich selbst zu finden«, ist sich der 56-Jährige sicher.

Frommenhausen ist ein Geheimtipp

Obwohl der eine oder andere Handgriff noch getan werden muss – am ersten August wurde die Pilgerherberge nun feierlich eingeweiht. An der Fassade prangt nun ein großes Bild des Malers Sieger Köder, das ausdrucksstark einen Pilger vor einem Rosenstrauß zeigt.
Noch ist Frommenhausen ein Geheimtipp, in kaum einem Pilgerführer gelistet. Durch Gastfreundschaft und Veranstaltungen rund ums Pilgern möchte sich der Ort aber profilieren. Ortsvorsteher Hallmayer übt sich indes in humorvollem Größenwahn. »Wir haben bald Betten für rund 40 Pilger, auf Isomatten könnten gut 300 weitere Gäste im neu eingerichteten Saal und im Dachgeschoss darüber untergebracht werden. Damit sind wir die größte Pilgerherberge Deutschlands und weil Deutschland zur Welt gehört, die größte der Welt!« Seine Vision: Wenn sich die Pilger schließlich in Santiago de Compostela treffen, sollen möglichst viele sagen: »Warst du auch in Frommenhausen?«

Marc Weyrich

aus: Seite 17 in Ausgabe 33/2010 des Katholischen Sonntagsblatts
unter www.kathsonntagsblatt.de

 


Diözesane Initiative trägt Früchte
Pilgerseelsorge wird ausgeweitet

Nach dem Start der Seelsorge für deutschsprachige Pilger in Santiago de Compostela im letzten Jahr wird das Projekt 2010 vom Katholischen Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz übernommen und ausgeweitet. Auch die Kirche Italiens und Spaniens bereitet jetzt die Verstärkung der Pastoral für ihre Jakobspilger in Santiago vor.
Die Zeit war überreif. Der in den letzten Jahren ständig anschwellende Strom von Pilgern auf dem Jakobsweg rief eine Initiative auf den Plan, die sich aus der Not fehlender muttersprachlicher Seelsorge in Santiago de Compostela begründete. Christen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart eröffneten im Sommer 2009 das „Pastoralprojekt Santiago“ für deutschsprachige Jakobspilger und fanden mit einem Stab von 15 Freiwilligen sofort begeisterte Zustimmung. Über 80 Dankbriefe von Pilgern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum erreichten die Bistumsleitung – alle mit der dringenden Bitte, das Seelsorgeangebot fortzusetzen.
Die Rottenburger Initiative trägt jetzt Früchte und entfaltet sich weiter. Das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz gab der Initiative nicht nur seine Zustimmung, sondern übernahm es auch in seine Zuständigkeit und unterstützte das auf sechs Monate erweiterte Projekt im Jahre 2010 mit einem finanziellen Zuschuss.
In der Zeit vom 15. April bis 15. Oktober 2010 werden 22 Laien- und 10 Priestermitarbeiter in Santiago Dienst tun. Die Teams, die jeweils aus zwei Laien und einem Priester bestehen, wechseln im Turnus von zwei bis drei Wochen. Für die täglichen Pilgertreffen stellt die Erzdiözese Santiago wie bereits im vergangenen Jahr das ehemalige Priesterhaus in der Rúa Preguntorio 39 zur Verfügung. Der im letzten Jahr häufig geäußerte Wunsch vieler Pilger nach Beichtgesprächen mit deutschen Priestern kann in diesem Jahr erfüllt werden. Darüber hinaus bieten auch seelsorglich kompetente Laienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter Beratung und Begleitung an. Dazu gehört auch ein „Spiritueller Rundgang um die Kathedrale“, der nach Auskunft der Seelsorgeteams von den Pilgern sehr begrüßt wird.
Das Seelsorgeprojekt wird seit einigen Monaten auch durch die Jakobusgesellschaften im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Ab 1. April weisen außerdem Plakate in den meisten Herbergen auf den letzten 150 km vor Santiago darauf hin, dass den Jakobspilgern deutscher Sprache in Santiago ein „Ankommen und erwartet werden“ bereitet wird.
Auch die Kirche Italiens hat nun die Notwendigkeit der muttersprachlichen Seelsorge in Santiago erkannt: Im März fand in Santiago ein Vorbereitungsseminar für pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Ebenso will das Pilgerbüro der Kathedrale von Santiago in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Jesuitenordens und anderen Ordensleuten mehr für die seelsorgliche Betreuung spanischer Pilger tun.

Pressemeldung drs / Thomas Broch
aus: www.drs.de vom 13.04.2010
 


Pastoralprojekt Santiago 2009
»Eine Krönung meiner Pilgerschaft«

Über 70 Briefe von Jakobus-Pilgern aus dem deutschen Sprachraum haben die Initiatoren des „Pastoralprojekts Santiago 2009“ aufgefordert, dieses seelsorgerliche Betreuungsangebot auch im kommenden Jahr fortzuführen und ihm Kontinuität zu verleihen.

So auch der Erzbischof von Santiago de Compostela, Julián Barrio, von dem in Rottenburg ein Schreiben mit den Worten vorliegt: "Ich würde mich freuen, wenn Sie das Pastoralprojekt für die deutschen Pilger, das Sie in die Hand genommen haben, gut weiterführen könnten." Grund genug also, dass die Teammitglieder des Projekts bei einem Auswertungstag Ende September in Rottenburg einen "vollen Erfolg" verzeichnen und sich der Unterstützung von Bischof Gebhard Fürst auch in Zukunft sicher sein können.

Von 17. Mai bis 4. Juni 2009 eröffneten Angela und Wolfgang Schneller aus Oberdischingen sowie Erika Schwedt aus Freiberg am Neckar das "Pastoralprojekt Santiago 2009". Zum ersten Mal wurde damit deutschsprachigen Pilgern in Santiago de Compostela eine seelsorgerliche Betreuung angeboten, angefangen vom Willkommensgruß, mit Erfahrungsaustausch, gemeinsamen Gottesdiensten oder spirituellen Kirchenführungen. Bislang waren sich die Pilger aus dem deutschen Sprachraum oft verloren vorgekommen, weil alle Angebote ausschließlich in spanischer Sprache erfolgten. Manche sprachen davon, bei ihrer Ankunft in Santiago "in ein Loch gefallen" und enttäuscht zu sein.

Das seelsorgerliche Angebot in Santiago war in der Zeit zwischen 15. Mai und 30. Juli 2009 terminiert. 15 Personen mit seelsorgerlicher Erfahrung und Spanischkenntnissen, darunter ein Priester, hatten sich bereit gefunden, in dieser Zeit ehrenamtlich und unentgeltlich zwei bis drei Wochen lang Dienst zu tun. Einen Verbündeten hatten die Initiatoren von Anfang an in Domkapitular Rudolf Hagmann, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Konzeption und selbst passionierter Jakobus-Fußpilger. Aus zweckgebundenen Spenden konnte die Diözese die Reisekosten und einen Pensionszuschuss übernehmen. Mit Mitteilungen und Werbematerialien an alle Jakobusgesellschaften im deutschsprachigen Raum sowie mit mündlichen und plakatierten Hinweisen vor Ort erhielten die Jakobspilger Kenntnis von dem Angebot in dem "Alten Priesterhaus" der Erzdiözese Santiago. Täglich nahmen es zwischen 15 und 25, einmal sogar 53 Wallfahrer wahr. Als eine "Krönung meiner Pilgerschaft" hat jemand im Gästebuch die Begegnungen gelobt.

Auch über Unterstützung ihres Anliegens über die Diözese Rottenburg-Stuttgart hinaus können sich die Initiatoren freuen. Bei einem Pressegespräch anlässlich der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat jetzt der für die Auslandsseelsorge zuständige Hildesheimer Bischof Norbert Trelle in Aussicht gestellt, dass im kommenden "Heiligen Jahr" 2010 für die deutschsprachigen Pilger in Santiago des Compostela ein eigener Seelsorger zur Verfügung gestellt wird.

Pressemeldung drs / Thomas Broch
aus: www.drs.de vom 05.10.2009


Italien/D: Zollitsch weiht neue Räume des Pilgerzentrums in Rom

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat am Mittwochnachmittag die neuen Räume des Deutschsprachigen Pilgerzentrums in Rom eingeweiht. „Die deutschen Bischöfe tragen Verantwortung nicht nur für die Seelsorge in der Heimat“, betonte Zollitsch, „wir bemühen uns auch, zum Aufbau der Kirche überall in der Welt unseren Beitrag zu leisten.“ Er verwies auf die fast 90-jährige Geschichte deutschsprachiger katholischer Auslandsseelsorge und resümierte, die Deutsche Bischofskonferenz verstehe ihr Pilgerzentrum als wichtigen und unverzichtbaren Baustein ihrer Präsenz am zentralen Ort der Weltkirche. - Das Pilgerzentrum war im Herbst von der Via della Conciliazione an die Engelsbrücke oberhalb des Tibers gezogen. Zu den Aufgaben des Zentrums zählen das persönliche Gespräch sowie die geistliche, kulturelle und organisatorische Betreuung deutscher Studenten in Rom und die Hilfe beim Zugang zu Generalaudienzen mit Papst Benedikt XVI. (pm 07.10.2009 ad)

aus: Radio Vatikan v. 07.10.2009

Die neue Adresse des Pilgerzentrums:
Pilgerzentrum (Centro Pastorale Pellegrini di Lingua Tedesca)
Via del Banco di S. Spirito, 56 - 00186 Roma (Italia)
Tel.: 0039 06 6897 197 - 0039 06 6897 198
Fax: 0039 06 6869 490
E-Mail: pilgerzentrum@libero.it
Internet: www.pilgerzentrum.de